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Mailand und die italienischen Seen: ein Fünf-Tage-Reiseprogramm

Mailand und die italienischen Seen: ein Fünf-Tage-Reiseprogramm

Fünf Tage sind die ideale Zeit, um Mailand und die beiden schönsten Seen Norditaliens — den Comer See und den Lago Maggiore — ohne Hektik zu verbinden. Der Zug ist das Bindeglied: Beide Seen sind von Mailand aus in einer Stunde oder weniger erreichbar, die Züge fahren stündlich, und weder ein Auto noch komplizierte Planung sind nötig. Was man bekommt: das kulturelle Herz Mailands, die dramatischen Seearme des Comer Sees mit Bellagio und Varenna, und die Borromäischen Inseln auf dem Lago Maggiore — drei komplett verschiedene Erfahrungen in einem Norditalien-Rundprogramm.

Das Wichtigste vorab: Das Abendmahl auf vivaticket.it buchen (17 € + 3,50 € Buchungsgebühr). Tickets sind in der Hauptsaison (April–Oktober) oft wochen- oder monatelang ausverkauft. Ohne Reservierung kein Einlass.

Tag 1 — Ankunft in Mailand, Duomo, Galleria, Brera, Navigli

Nachmittag: der Duomo und die Galleria

Nach der Ankunft und dem Einchecken: direkt zur Piazza del Duomo. Der erste Blick auf die gotische Fassade — die Spitzen, der Marmor, die schiere Größe — setzt den Ton für den Rest der Reise. Die Dachterrassen sind das Highlight des Doms; die Aufzugsoption (ca. 13 €) macht sie für alle zugänglich. Von oben schaut man über die Stadtlandschaft Mailands, im Winter bis zu den Alpen.

Die Galleria Vittorio Emanuele II, die prächtige Passage gleich neben dem Dom, ist ein Pflichtdurchgang: das Glasgewölbe, das Bodenmosaik mit dem Turiner Stier, die Mischung aus historischer Bausubstanz und heutigen Luxusboutiquen.

Abend: Brera und Navigli

Wer noch Energie hat, spaziert nach dem Dom ins Brera-Viertel zum Abendessen (15 Min. zu Fuß). Wer die Navigli-Kanäle bevorzugt (25 Min. mit U-Bahn Linie 2 bis Porta Genova), trifft dort die entspannteste Aperitivo-Atmosphäre der Stadt an. Für 8–12 € gibt es ein Getränk plus reichhaltiges Fingerfood-Buffet.

Tag 2 — Abendmahl, Sforza-Burg oder Porta Nuova

Morgen: das Abendmahl

Ein frühes Zeitfenster (09:00 oder 10:00 Uhr) beim Abendmahl lässt den Nachmittag frei. Das Refektorium von Santa Maria delle Grazie ist mit der U-Bahn in etwa 12 Minuten erreichbar (Linie 1 bis Cadorna, dann Passante Ferroviario bis Conciliazione). Mindestens 15 Minuten vor dem gebuchten Zeitfenster eintreffen; keine großen Taschen.

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Leonardos Fresko — technisch eine Tempera-Malerei auf Putz, keine echte Freske — ist in seiner dramatischen Komposition nach mehr als fünfhundert Jahren vollständig erkennbar. Die 15-minütige Session ist intensiv: Kein Lärm, gedämpftes Licht, das Werk in seiner tatsächlichen Größe (460 × 880 cm).

Mittag: Navigli oder Stadtbummel

Von Santa Maria delle Grazie sind die Navigli zu Fuß in etwa 20 Minuten erreichbar. Ein Mittagessen an den Kanälen ist an einem zweiten Tag in Mailand ein anderes Erlebnis als abends — ruhiger, weniger bevölkert, mit mehr Sinn für den Alltag des Viertels.

Nachmittag: Sforza-Burg oder Porta Nuova

Option A — Sforza-Burg: Die Castello Sforzesco ist eines der eindrucksvollsten Stadtschlösser Norditaliens. Die Museen (5 €) zeigen unter anderem Michelangelos unvollendete Rondanini Pietà — eines der bewegendsten Kunstwerke Mailands. Der Innenhof ist kostenlos.

Option B — Porta Nuova: Mailands modernes Gegenstück zur Altstadt: der Bosco Verticale (Stefano Boeri, 2014), die Piazza Gae Aulenti, das Isola-Viertel mit seinem Kreativmilieu. Gut geeignet für alle, die die historische Stadt bereits gut kennen und Mailands zeitgenössisches Gesicht erkunden möchten.

Abend: Navigli-Aperitivo

Den zweiten Abend in Mailand in den Navigli ausklingen lassen — diesmal als Vorspeise eines Abendessens, nicht als Ersatz dafür. Die Trattorien entlang der Via Corsico und Via Ascanio Sforza servieren ehrliche Mailänder Küche für 25–35 € pro Person.

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Tag 3 — Comer See: Como, Bellagio, optional Varenna

Morgen: Zug nach Como

Züge von Milano Centrale nach Como San Giovanni fahren mehrmals stündlich; Fahrzeit ca. 40–45 Minuten, Preis ca. 5–8 € einfach (Trenitalia, Regionalzug, keine Reservierung nötig). Früh starten — der erste Zug um ca. 06:00–07:00 Uhr von Centrale gibt den ganzen Tag am See.

Am Ufer von Como: ein Espresso, ein kurzer Spaziergang am Seeufer — der erste Blick auf das türkisblaue Wasser zwischen steilen Bergen ist durchschlagend. Der Comer See ist U-förmig; von Como aus blickt man auf den südwestlichen Arm.

Vormittag bis Nachmittag: Bellagio

Die Linienfähre von Como nach Bellagio dauert etwa 60–75 Minuten; Schnellboote (Battelli) sind schneller (ca. 30–40 Min.), aber teurer. Rundfahrtkarten für den mittleren und südlichen Comer See (inkl. Bellagio und Varenna) kosten ca. 18–22 € und sind auf navigazionelaghi.it oder direkt am Steg erhältlich.

Bellagio liegt an der Spitze der Halbinsel, die den Comer See in seine zwei südlichen Arme teilt. Die salite — steile, gepflasterte Treppen-Gassen — führen vom Hafen zum oberen Dorf; die Villa Melzi am Seeufer (Gärten für 7 € zugänglich) ist einer der schönsten englischen Landschaftsgärten Norditaliens.

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Nachmittag: optional Varenna

Von Bellagio sind es 15 Minuten mit der Fähre nach Varenna — kleiner, ruhiger, weniger touristisch. Die Villa Monastero und ihre Gartenanlage direkt am Wasser (Eintritt ca. 5 €) sind herausragend. Von Varenna aus gibt es direkte Züge nach Mailand (Varenna-Esino Bahnhof, Fahrtzeit ca. 70 Min.).

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Rückkehr: Letzte empfohlene Fähre von Bellagio nach Como ca. 18:00–19:00 Uhr; dann Zug zurück nach Mailand (ca. 19:00–20:00 Uhr ankunft). Abendessen in Mailand.

Tag 4 — Lago Maggiore: Stresa und die Borromäischen Inseln

Morgen: Zug nach Stresa

Züge von Milano Centrale nach Stresa fahren mehrmals täglich; Fahrzeit ca. 60–70 Minuten, Preis ca. 8–12 € einfach (Trenitalia). Einige Verbindungen erfordern Umsteigen in Arona — vorab auf trenitalia.com prüfen. Früh starten; die Borromäischen Inseln nehmen einen vollen Tag.

Stresa ist das eleganteste der großen Lago-Maggiore-Dörfer: Belle-Époque-Hotels am Ufer, breite Promenaden, Bergblicke. Vom Bahnhof sind es wenige Minuten zum Fährsteg.

Vormittag bis Nachmittag: die Borromäischen Inseln

Die Borromäischen Inseln — im Besitz der Borromeo-Familie seit dem 16. Jahrhundert — sind das spektakulärste Ausflugsziel am Lago Maggiore. Drei Inseln sind für Besucher zugänglich:

Isola Bella: Die bekannteste und dramatischste: ein barocker Palazzo (erbaut ab 1632) mit zehn Terrassen-Gärten, die sich wie eine übergroße Schiffspyramide über dem See aufbauen. Weißer Pfauengarten, Statuen, Brunnen, Grotten. Im Palazzo: Gemälde und Möbel der Borromeo-Familie. Eintritt: ca. 18 €.

Isola Madre: Die größte und ruhigste der drei Inseln — ein englischer Landschaftsgarten mit Kaschmir-Pagodenbaum, weißen Pfauen und sub-tropischen Pflanzen. Palazzo mit historischen Marionettentheatern. Eintritt: ca. 15 €.

Isola dei Pescatori: Die einzige noch bewohnte Insel — ein echtes Fischerdorf mit engen Gassen, Kirche, Restaurants und keiner einzigen Attraktion im touristischen Sinne. Kein Eintritt. Hier isst man Mittag (Fischspezialitäten, 20–30 € pro Person).

Tagesfährkarten für alle Inseln plus Stresa sind auf navigazionelaghi.it oder am Steg erhältlich (ca. 15–20 €). Auf der Isola Bella und Isola Madre am besten morgens ankommen (vor 11:00 Uhr), wenn die Tagestouristen noch nicht eingetroffen sind.

Rückkehr: Letzte Fähre nach Stresa ca. 18:00–19:00 Uhr; dann Zug zurück nach Mailand.

Tag 5 — Mailand: Quadrilatero della Moda, Museo del Novecento, Abreise

Morgen: Quadrilatero della Moda

Am letzten Morgen: der Quadrilatero della Moda, Mailands legendäres Modequartier (Via Montenapoleone, Via della Spiga, Via Sant’Andrea). Auch für Nicht-Shopper sehenswert: Die Palazzi-Architektur, die Schaufenstergestaltung der Luxushäuser, das Straßenbild eines Viertels, das Mode als Hochkultur betrachtet. Die Läden öffnen um 10:00 Uhr; das Viertel vorher ist ruhig und fotogen.

Nachmittag: Museo del Novecento (optional)

Das Museo del Novecento am Rande der Piazza del Duomo (Eintritt 10 €, Do–So bis 22:30) bietet für die letzte Stunde vor der Abreise einen lohnenswerten Abschluss: Boccionis Futurismus, Fontanas aufgeschlitzte Leinwände, die Geschichte der italienischen Moderne in gut kuratierten Räumen.

Abreise

Von Mailand Centrale: Malpensa Express nach Terminal 1 oder 2 (50–60 Min., 13 €), mehrfach stündlich. Von Linate (LIN): Bus 73 nach San Babila (30 Min., 1,50 €). Von Bergamo Orio al Serio (BGY): Bus nach Centrale (60–75 Min., 5–10 €).

Praktische Hinweise

Züge Zusammenfassung:

  • Mailand → Como San Giovanni: ca. 40–45 Min., 5–8 €, kein Reservierung nötig
  • Mailand → Stresa: ca. 60–70 Min., 8–12 €, teils mit Umsteigen
  • Varenna-Esino → Mailand: ca. 70 Min.

Fähren:

  • Comer See (Navigazione Laghi): navigazionelaghi.it; Tagesrundfahrkarte Mittelsee ca. 18–22 €
  • Lago Maggiore: Tagesfährkarte Borromäische Inseln + Stresa ca. 15–20 €

Was im Voraus buchen: Abendmahl (vivaticket.it, zwei bis drei Monate vorher); Unterkunft in Stresa oder am Comer See bei einer Übernachtung vor Ort (Juli/August: sehr früh buchen).

Reisezeit: April–Juni und September–Oktober sind ideal. Juli/August: Seen überfüllt, Hitze, Züge und Fähren voll. Winter: viele Hotels und Restaurants am See geschlossen.

Häufig gestellte Fragen

Welcher See ist schöner — Comer See oder Lago Maggiore?

Der Comer See ist dramatischer und romantischer: tiefe Fjord-Stimmung, steilere Ufer, elegante Villen. Der Lago Maggiore ist breiter, offener und hat mit den Borromäischen Inseln etwas qualitativ Einzigartiges. Beides in einer Reise zu kombinieren ist die beste Lösung — die Erfahrungen sind komplett verschieden.

Brauche ich ein Auto für die Seen?

Nein. Züge und Fähren decken alle touristisch relevanten Punkte ab. Am Comer See und am Lago Maggiore ist ein Auto ein Nachteil: Die Uferstraßen sind eng, oft einspur im Sommer, und Parkplätze sind teuer und selten.

Kann man Bellagio und die Borromäischen Inseln am gleichen Tag besuchen?

Technisch möglich, aber nicht empfehlenswert: Die Distanz (Como → Bellagio → Stresa) mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfordert fast sieben Stunden Fahrzeit — es bleibt keine Zeit, irgendetwas wirklich zu erleben. Ein Tag pro See ist das richtige Maß.

Was ist auf den Borromäischen Inseln zu essen?

Auf der Isola dei Pescatori: Traditionelle Fischrestaurants mit Lago-Maggiore-Spezialitäten (Lavarello, Persico, Agone). Auf der Isola Bella: Restaurants im Inneren des Inselkomplexes — teurer und touristisch. Empfehlung: Auf der Isola dei Pescatori zu Mittag essen, alle anderen Inseln dann vormittags oder nachmittags.

Lohnt sich die Isola Madre, wenn man schon die Isola Bella gesehen hat?

Ja — die Inseln sind sehr verschieden. Isola Bella ist Barock und Spektakel; Isola Madre ist Stille und subtropischer Garten. Wer Zeit hat, besucht beide. Wer nur eine wählt: Isola Bella für das Eindrücklichere, Isola Madre für das Entspanntere.

Gibt es am Comer See mehr zu sehen als Bellagio und Varenna?

Durchaus. Lenno (Villa del Balbianello, Kulisse in mehreren Filmen, Gärten außergewöhnlich), Tremezzo (Villa Carlotta), Cernobbio (Villa d’Este) sind weitere Optionen. Für einen Tagesausflug ist Bellagio + Varenna jedoch bereits ein volles Programm.